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Und dann nichts wie los! In Aachen, Augsburg, Bamberg, Berlin, Bielefeld, Bonn, Bremen, Chemnitz, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Erlangen, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Göttingen, Halle (Saale), Hamburg, Hannover, Jena, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Köln, Langerwehe, Leipzig, Ludwigsburg, Magdeburg, München, Münster, Nürnberg, Oldenburg, Osnabrück, Potsdam, Rostock, Ruhrgebiet, Saarbrücken, Second Life, Segeberg, Stuttgart, Tübingen, Ulm und Wetzlar finden heute ab 17 Uhr Kundgebungen und Demonstationszüge gegen die geplante Vorratsdatenspeicherung statt. Wer in Münster wohnt: Schirm nicht vergessen, aber auf jeden Fall kommen!


Ratte

05Nov07


Zwischen “Sport ist Mord”, “Die dümmsten Kinder der Welt” und “Die lustigsten Hunde der Welt” laufen im Moment neue, noch geistreichere Sendungen, wie “Witzig ohne Worte” im Nachtprogramm. Bei Pro Sieben, wo diese heiteren Homevideo-Formate zwar nicht ständig wiederholt werden, gibt es so etwas ähnliches, “Witzig ist witzig”, und bei RTL2 gibt es bestimmt noch viel krassere Sachen. Grundsätzlich sind Sendungen mit lustig, komisch oder witzig im Namen nicht witzig. Auch nicht lustig oder komisch. Ganz abgesehen davon, wie belanglos es überhaupt ist, sich darüber Gedanken zu machen, möchte ich gerne wissen, was die Steigerung von all dem ist. Aber nicht wirklich.

Morgen lasse ich den Fernseher lieber wieder aus.


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Wie es zu dieser Doppel-Meldung kommen konnte, ist mir nicht ganz klar. Vielleicht war der Redakteur der MZ, der dafür verantwortlich ist, war etwas übernächtigt? Die Meldung wurde sogar zweimal bearbeitet. Heute wurde der Leser der MZ also direkt doppelt informiert. Profis sollte sowas nicht passieren, egal wie belanglos das bei so einer Meldung auch sein mag.


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Ich glaube, der Redakteur der MZ, der dafür verantwortlich ist, war etwas übernächtigt. Die Meldung wurde sogar zweimal bearbeitet – das nenne ich mal effektives Arbeiten! Der Leser hatte also heute die Wahl, ob er etwas über die Hintergründe der Tat erfahren wollte, oder nicht – er musste einfach entweder unten oder oben lesen.


Jan berichtet

23Okt07

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Davon, dass Stefan Raab mit Thomas Tuma geredet hat und wir fast dabei waren. Ich bin jetzt zu müde (es ist 4:30 Uhr!!) und komme sowieso vor Samstag nicht mehr dazu, großartig etwas darüber zu schreiben. Eines vielleicht noch: Schon vor dem Gespräch hat Tuma mit Raab ein Interview mit fast den gleichen Fragen geführt, hier also für alle Interessierten die sehr kurze und bestimmt nicht so unterhaltsame Kurzfassung des Gespräches.

Nachtrag: Richtiger wäre natürlich “… dass Thomas Tuma mit Stefan Raab geredet hat …”, denn Stefan Raab hat nur reagiert (die, die dabei waren wissen natürlich, dass auch das nicht stimmt).



Was ist das?

19Okt07

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Thomas Eichinger (Züricher Hochschule der Künste) will gerne wissen, wer welche grafischen und typographischen Arbeiten in welche Zeit einordnet. Dazu führt er im Moment eine Umfrage durch, bei der jeder nebenbei für sich selbst testen kann, ob er einen Blick für sowas hat oder nicht. Die persönlichen Ergebnisse gibt es am Ende der Enquête. Ich habe es auf 50% richtige Antworten geschafft, lag sonst aber auch etliche Jahrzehnte daneben. Einmal sogar 60 Jahre! (via)


Schön wäre das, so ganz ohne Studien- und Semestergebühren oder wie auch immer die jetzt heißen. Jedenfalls wollte ich heute Morgen twittern, dass ich umsonst in die Uni gefahren bin, weil eine Vorlesung ausgefallen ist, habe das aber dann doch nicht getan. Darum schreibe ich das jetzt hier in dieses alte, langsame Medium. Vielleicht schreibe ich morgen mal in die Zeitung.


Tut mir leid, zu diesem Thema fällt mir gerade keine weniger stupide Überschrift ein, aber wer weiß – vielleicht kann ich so den ein oder anderen wissenschaftlich veranlagten Leser locken.

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Heute war ich also auf beim ersten Vortrag der Vortragsreihe, die eigentlich eine Soziologie-Vorlesung in Münster ist, “Internet Gesellschaft”. Ich musste einfach hingehen. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle etwas über meine dort neu erworbenen Erkenntnisse schreiben, aber – kurz gesagt: Ich habe keine neuen Erkenntnisse. Zwar weiß ich jetzt recht genau, wie viele Leute in welchen Ländern online sind, und wie viele von denen Blogs haben und regelmäßig Artikel für Wikipedia schreiben und bearbeiten, aber mal ehrlich – das mit den Zahlen ist eine Sache für die Soziologie. Mir reicht es zu wissen, dass China, Indien und Afrika technologisch nicht besonders gut da stehen, auch wenn mir das nicht besonders gefällt. Soziologen jedenfalls schaffen es wirklich einigermaßen sinnvoll drei verschiedene Statistiken mit Diagrammen auf einer PowerPoint-Folie unterzubringen!

Ich weiß nicht, wie ich einerseits den wirklich an der Sache interessierten Soziologie-Stundenten kein Desinteresse, andererseits aber die während des Vortrags vorherrschende Stimmung beschreiben kann. Viele der Studenten, für die diese Veranstaltung belegpflichtig ist, wären wahrscheinlich viel lieber einen Kilometer weiter stadteinwärts in irgendeiner Kneipe gewesen. Es gab zwar Inhaltlich ein paar Schönheitsfehler, ich denke mal, weil die beiden Referenten wichtigeres zu tun haben als den ganzen Tag im Internet zu sein, aber es war mal interessant zu hören, wie das, wofür der ein oder andere ja doch einen beachtlichen Teil seiner Zeit aufwendet, ernsthaft und objektiv von außen beurteilt wird.

Organisiert wird das ganze hauptsächlich von Thies Albers und Thomas Dierschke. Die Liste der Vortragenden in den nächsten Monaten ist zwar nicht sehr prominent in der Szene, aus wissenschaftlicher Sicht aber bestimmt nicht schlecht (ich kenne die natürlich nicht alle, vermute aber dass einige recht Interessantes zu sagen haben). Bis zum Februar findet jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr ein Vortrag statt, außerdem kann man diese als Podcast oder Dienstags in Radio Q hören. Das Programm und weitere Infos gibt es bei internet-gesellschaft.net/wordpress.


Danach …

12Okt07


So streiche ich meine nächste Wand auch an.


Einfach draufgehalten …


Ach is datt schön, wa?


Wahrscheinlich ist das Pflaster, auf das ich mich mit diesem Text wage, zu heiß für mich und ich werde mich fürchterlich verbrennen daran, weil meine Füße einfach noch nicht genug Hornhaut haben, aber ich kann das auch nicht für mich behalten – wozu ist denn dieses Internet schließlich da?

Ist es nicht besonders auffällig und bezeichnend, dass die, denen Quoten, Besucherzahlen und die Meinung anderer über sie selbst als Person und ihre Kompetenz im Mediengeschäft besonders wichtig ist, dass genau die sich mit ihrer Meinung oft erstaunlich einig sind? Dass diese explizit vorgeben, die Spielregeln der Medienbranche verstanden zu haben, außenstehende darüber aber nicht aufklären können oder wollen?

In den Kommentaren der Blogs der wichtigsten Medienexperten, allen voran natürlich das von Stefan Niggemeier (der bereits kurz nach der Sendung einen ausführlichen, sehr einseitigen “Bericht” zum Besten gegeben hat), in denen über den Eklat mit Eva Herman, die gestern bei Johannes B. Kerner eingeladen war und scheinbar von den meisten entweder gar nicht, unvollständig oder falsch verstanden wurde und schließlich von Kerner gebeten wurde, die Sendung zu verlassen, berichtet wurde, ist eine durchaus angenehm differenzierte und insgesamt objektive Meinung zu erkennen – ganz im Gegensatz zur Meinung der jeweiligen Autoren. Jörg Thomann (“Doch es war ein fragwürdiger Triumph des Moderators über eine angeschlagene Gegnerin, die nicht klug genug war, sich diesen Auftritt zu ersparen.”) hat es auch alleine geschafft objektiv zu bleiben – obwohl er Fachjournalist ist. Viele andere, die sich im Geschäft auskennen, verhalten sich äußerst peinlich. Sollte dieser Diskussion und deren vorangegangene, unklare und wenn überhaupt nur minimal kritische, in gewisser Weise auch fehlerhafte Äußerung denn wirklich so viel Bedeutung zugemessen werden? Außer ein paar Lesern oder Zuschauern mehr bringt das doch niemandem etwas!

Ich kann absolut nicht verstehen, wie man zuerst nicht erkennen kann, dass Eva Hermann niemals die Absicht hatte, die ihr jetzt immer wieder unterstellt wird, was sie ja auch oft genug und von Anfang an betont und immer wieder wiederholt hat. Es ist für die meisten intelligenten Menschen vermutlich möglich, ihre Aussage in dem Sinn zu verstehen, wie sie gemeint war, jedoch scheinen nur wenige dazu bereit zu sein.

Es ist schade, unprofessionell und absolut unkorrekt, dass Kerner sich so fest auf die eine Seite der Diskussion gestellt hat, so dass diese völlig aussichtslos war (es sei denn, dass das so gewollt war, wie es gelaufen ist). Ist es nicht die Aufgabe eines Moderators, dafür zu sorgen, dass jeder in einem Gespräch in gleichem Maße und vor allem fair beteiligt wird? Eva Herman hatte alleine jedenfalls nicht den Hauch einer Chance, ihre Meinung gegen die Sturheit des Gastgebers, die durch die besonders prekäre Auswahl der restlichen Gäste, darunter Margarethe Schreinemakers, Senta Berger und der ebenso uneinsichtige Geschichtsprofessor Wolfgang Wippermann, nur noch unterstützt wurde, zu verteidigen.

Ich jedenfalls bin froh, dass man Sendungen wie die von Kerner bei Bedarf auch als Aufzeichnung (zum Beispiel in der ZDF Mediathek) sehen kann, und nicht jede Woche gucken muss.

Nachtrag, 11.10.2007: Scheinbar erkennen viele mit der Zeit den Irrsinn, der da vorgestern abgegangen ist. Die FTD hat jetzt online die Stimmen anderer Zeitungen zusammengetragen und auch eine Umfrage unter den Lesern gestartet – das Ergebnis: 65% der zur Zeit fast 4300 Teilnehmer daran sagen, dass Eva Hermann nicht zu recht am Pranger steht. Das werden sich die großen Stimmungsmacher, die dieses mal einfach nicht erfolgreich waren, wohl nicht eingestehen.


Münster ist im Vergleich zu Berlin oder Hamburg ja nicht unbedingt die Stadt, in der Web 2.0 besonders ausgelebt wird, einen beachtlichen Teil der wissenschaftlichen Kompetenz, die sich in Deutschland mit dem Thema modernes Internet und Gesellschaft befasst, kann man aber in diesem Winter hier in der Ringvorlesung “Internet Gesellschaft” des Instituts für Soziologie hören. Die Veranstaltung startet am übernächsten Mittwoch und findet immer von 18 bis 20 Uhr statt. Infos und Termine findet man im Blog ‘Internet Gesellschaft‘.

Ich war bereits im Juni Gast des Instituts, als es um dessen Existenz ging (Infos vom IfS, Fotos von G. Martin). Gerne habe ich damals die Quantität (wahrscheinlich nicht so sehr die Qualität) des Protestes der Studierenden unterstützt. Ich hoffe, meine Werbung für diese Veranstaltung trägt hauptsächlich zur Qualität bei. Vielleicht trifft man da ja den ein oder anderen Vertreter der aktiven münsterischen Web 2.0-Gesellschaft – ich jedenfalls versuche da zu sein.


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